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Kurz gesagt: Addiere den Tagesverbrauch aller Geräte in Wattstunden (Watt × Stunden), teile durch den Wirkungsgrad (Annahme 85 %), multipliziere mit den Tagen ohne Nachladen und schlag eine Reserve auf. Ergebnis = Mindestkapazität in Wh. Direkt rechnen: Strom-Rechner. Stand: Oktober 2026.
Die drei Zahlen, auf die es ankommt
Beim Vergleich von Powerstations stolperst du über viele Angaben. Wirklich wichtig sind drei:
| Angabe | Einheit | Was sie bedeutet |
|---|---|---|
| Kapazität | Wh (Wattstunden) | Wie viel Energie gespeichert ist – bestimmt, wie lange deine Geräte laufen |
| Dauerleistung | W (Watt) | Wie viel Leistung gleichzeitig abgegeben werden kann – bestimmt, welche Geräte überhaupt laufen |
| Ladeleistung | W | Wie schnell die Station am Netz, im Auto oder per Solar wieder voll wird |
Eine Station mit 1.000 Wh, aber nur 300 W Dauerleistung betreibt keinen Wasserkocher – und eine Station mit 2.000 W Leistung, aber 250 Wh Kapazität ist nach kurzer Zeit leer.
Die Formel
Kapazität (Wh) ≈ Σ (Watt × Stunden) ÷ Wirkungsgrad × Tage × (1 + Reserve)
- Watt: durchschnittliche Leistungsaufnahme des Geräts (nicht die Spitzenleistung auf dem Netzteil).
- Stunden: wie lange das Gerät pro Tag läuft.
- Wirkungsgrad: Verluste bei der Umwandlung. Über den 230-V-Wechselrichter gehen oft 10–20 % verloren, über USB-C oder 12 V weniger. Wir rechnen mit der Annahme 85 %.
- Tage: wie lange du ohne Nachladen auskommen willst.
- Reserve: Puffer für Kälte, Alterung und Unvorhergesehenes, z. B. 20 %.
Schritt für Schritt
- Geräte auflisten, die du unterwegs betreiben willst.
- Durchschnittliche Leistung pro Gerät ermitteln – Datenblatt, Messsteckdose oder die Anzeige der Powerstation.
- Nutzungsdauer pro Tag ehrlich schätzen.
- Wattstunden pro Gerät ausrechnen und addieren.
- Durch den Wirkungsgrad teilen, mit Tagen und Reserve multiplizieren.
- Dauerleistung prüfen: Summe der gleichzeitig laufenden Geräte muss unter der Dauerleistung der Station liegen.
Rechenbeispiel (Annahmen)
| Gerät | Watt (Ø) | Stunden/Tag | Wh |
|---|---|---|---|
| Starlink Mini | 30 | 5 | 150 |
| Laptop | 45 | 5 | 225 |
| Handy laden | 10 | 2 | 20 |
| Summe | 395 |
395 Wh ÷ 0,85 ≈ 465 Wh pro Tag. Für 2 Tage ohne Nachladen mit 20 % Reserve: 465 × 2 × 1,2 ≈ 1.116 Wh.
Zweites Beispiel: Camper-Wochenende
| Gerät | Watt (Ø) | Stunden/Tag | Wh |
|---|---|---|---|
| Kompressor-Kühlbox | 15 (Durchschnitt über den Tag) | 24 | 360 |
| LED-Licht | 10 | 4 | 40 |
| Starlink Mini | 30 | 3 | 90 |
| Handys/Tablet | 15 | 2 | 30 |
| Summe | 520 |
520 Wh ÷ 0,85 ≈ 612 Wh pro Tag. Für ein Wochenende (2 Tage) mit 20 % Reserve: ≈ 1.470 Wh – oder weniger Kapazität plus Solarpanel. Die Kühlbox ist hier der größte Posten; ihr tatsächlicher Verbrauch hängt stark von Außentemperatur und Isolierung ab.
Typische Verbrauchswerte
Die folgenden Werte sind grobe Richtwerte – miss im Zweifel selbst.
| Gerät | Typische Leistung |
|---|---|
| Starlink Mini | Ø 25–40 W laut Datenblatt |
| Laptop (Büroarbeit) | 30–60 W |
| Smartphone laden | 5–20 W |
| Mobiler 4G/5G-Router | 5–15 W |
| Kompressor-Kühlbox | 30–60 W beim Laufen, im Tagesmittel deutlich weniger |
| LED-Lampe | 5–15 W |
| Wasserkocher, Föhn | 1.000–2.000 W – für kleine Stationen ungeeignet |
Worauf beim Kauf achten
- Gleichstrom-Ausgänge: USB-C PD mit 100 W und 12-V-Ausgang sparen Umwandlungsverluste gegenüber dem 230-V-Ausgang. Für den Starlink Mini ideal.
- Zellchemie: LiFePO4 ist auf viele Ladezyklen ausgelegt, aber schwerer; Herstellerangaben vergleichen.
- Laden: Ladeleistung am Netz, im Auto (12 V) und per Solar – inklusive maximaler Solar-Eingangsspannung.
- Kälte: Viele LiFePO4-Akkus dürfen unter 0 °C nicht geladen werden.
- Gewicht: Ab rund 1.000 Wh wird es schwer zu tragen – für Camper egal, für Wanderungen nicht.
- Flugzeug: Powerstations mit mehreren hundert Wh darfst du praktisch nie mitnehmen.
- Erweiterbarkeit: Manche Modelle lassen sich mit Zusatzakkus vergrößern.
Marken im Vergleich
| Marke | Typisches Angebot | Worauf achten |
|---|---|---|
| EcoFlow | Breite Modellpalette, viele mit USB-C PD | Ausgangsleistung je Port, App-Pflicht? |
| Anker SOLIX | Tragbare Stationen und Solarpanels | Gewicht vs. Kapazität |
| Jackery | Powerstations und faltbare Panels | Ladezeiten, Anschlüsse |
Wir nennen keine Testergebnisse, die wir nicht selbst erhoben haben. Vergleiche die Datenblätter für Kapazität (Wh), Dauerleistung (W) und Anschlüsse.
Solar realistisch planen
Benötigte Panelleistung ≈ Tagesbedarf ÷ Sonnenstunden mit voller Leistung ÷ (1 − Verluste). Mit 465 Wh, Annahme 4 Volllaststunden und 25 % Verlusten: ≈ 155 W. Ein Panel liefert seine Nennleistung nur unter Idealbedingungen – flacher Sonnenstand, Wolken, Hitze und Verschattung kosten deutlich. In nördlichen Breiten im Winter liefert Solar kaum nutzbaren Strom. Mehr zum Thema Strom für den Mini: Strom für den Starlink Mini unterwegs – Powerbank, Powerstation, Solar.
Häufige Fehler
- Spitzenleistung statt Durchschnitt eingerechnet – das Ergebnis wird viel zu groß.
- Wirkungsgrad vergessen – die Station ist früher leer als gedacht.
- Alles über 230 V betrieben – USB-C und 12 V sind effizienter.
- Dauerleistung nicht geprüft – Gerät startet nicht oder Station schaltet ab.
- Solar überschätzt – die Aufschrift auf dem Panel ist ein Laborwert.
Häufige Fragen
Reicht eine 300-Wh-Powerstation für den Starlink Mini?
Rechnerisch für rund 6–10 Stunden Betrieb (bei 25–40 W und 85 % Wirkungsgrad). Ob das reicht, hängt von deinem Tagesbedarf ab.
Ah oder Wh – was zählt?
Wh. Ah-Angaben sind ohne Spannung nicht vergleichbar: Wh = Ah × Volt.
Kann ich die Powerstation während des Ladens nutzen?
Viele Modelle unterstützen Pass-Through-Laden. Prüfe das im Datenblatt – und ob es dauerhaft empfohlen wird.
Wie lagere ich die Powerstation zwischen Reisen?
Kühl, trocken und mit mittlerem Ladezustand – viele Hersteller empfehlen, sie alle paar Monate nachzuladen.



