Strom

Powerstation für Reisen und Camping – welche Größe brauchst du?

300, 500 oder 1.000 Wattstunden? Statt nach Gefühl zu kaufen, rechnest du deinen Bedarf in fünf Minuten selbst aus.

Redaktion netzunterwegs.comZuletzt aktualisiert: 5 Min. Lesezeit

Illustration: Powerstation mit Akkuanzeige, Solarpanel und angeschlossenen Geräten
Illustration: Powerstation mit Akkuanzeige, Solarpanel und angeschlossenen Geräten
Inhalt
  1. Die drei Zahlen, auf die es ankommt
  2. Die Formel
  3. Schritt für Schritt
  4. Rechenbeispiel (Annahmen)
  5. Typische Verbrauchswerte
  6. Worauf beim Kauf achten
  7. Marken im Vergleich
  8. Solar realistisch planen
  9. Häufige Fehler
  10. Häufige Fragen

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Kurz gesagt: Addiere den Tagesverbrauch aller Geräte in Wattstunden (Watt × Stunden), teile durch den Wirkungsgrad (Annahme 85 %), multipliziere mit den Tagen ohne Nachladen und schlag eine Reserve auf. Ergebnis = Mindestkapazität in Wh. Direkt rechnen: Strom-Rechner. Stand: Oktober 2026.

Die drei Zahlen, auf die es ankommt

Beim Vergleich von Powerstations stolperst du über viele Angaben. Wirklich wichtig sind drei:

Angabe Einheit Was sie bedeutet
Kapazität Wh (Wattstunden) Wie viel Energie gespeichert ist – bestimmt, wie lange deine Geräte laufen
Dauerleistung W (Watt) Wie viel Leistung gleichzeitig abgegeben werden kann – bestimmt, welche Geräte überhaupt laufen
Ladeleistung W Wie schnell die Station am Netz, im Auto oder per Solar wieder voll wird

Eine Station mit 1.000 Wh, aber nur 300 W Dauerleistung betreibt keinen Wasserkocher – und eine Station mit 2.000 W Leistung, aber 250 Wh Kapazität ist nach kurzer Zeit leer.

Die Formel

Kapazität (Wh) ≈ Σ (Watt × Stunden) ÷ Wirkungsgrad × Tage × (1 + Reserve)

  • Watt: durchschnittliche Leistungsaufnahme des Geräts (nicht die Spitzenleistung auf dem Netzteil).
  • Stunden: wie lange das Gerät pro Tag läuft.
  • Wirkungsgrad: Verluste bei der Umwandlung. Über den 230-V-Wechselrichter gehen oft 10–20 % verloren, über USB-C oder 12 V weniger. Wir rechnen mit der Annahme 85 %.
  • Tage: wie lange du ohne Nachladen auskommen willst.
  • Reserve: Puffer für Kälte, Alterung und Unvorhergesehenes, z. B. 20 %.

Schritt für Schritt

  1. Geräte auflisten, die du unterwegs betreiben willst.
  2. Durchschnittliche Leistung pro Gerät ermitteln – Datenblatt, Messsteckdose oder die Anzeige der Powerstation.
  3. Nutzungsdauer pro Tag ehrlich schätzen.
  4. Wattstunden pro Gerät ausrechnen und addieren.
  5. Durch den Wirkungsgrad teilen, mit Tagen und Reserve multiplizieren.
  6. Dauerleistung prüfen: Summe der gleichzeitig laufenden Geräte muss unter der Dauerleistung der Station liegen.

Rechenbeispiel (Annahmen)

Gerät Watt (Ø) Stunden/Tag Wh
Starlink Mini 30 5 150
Laptop 45 5 225
Handy laden 10 2 20
Summe 395

395 Wh ÷ 0,85 ≈ 465 Wh pro Tag. Für 2 Tage ohne Nachladen mit 20 % Reserve: 465 × 2 × 1,2 ≈ 1.116 Wh.

Zweites Beispiel: Camper-Wochenende

Gerät Watt (Ø) Stunden/Tag Wh
Kompressor-Kühlbox 15 (Durchschnitt über den Tag) 24 360
LED-Licht 10 4 40
Starlink Mini 30 3 90
Handys/Tablet 15 2 30
Summe 520

520 Wh ÷ 0,85 ≈ 612 Wh pro Tag. Für ein Wochenende (2 Tage) mit 20 % Reserve: ≈ 1.470 Wh – oder weniger Kapazität plus Solarpanel. Die Kühlbox ist hier der größte Posten; ihr tatsächlicher Verbrauch hängt stark von Außentemperatur und Isolierung ab.

Typische Verbrauchswerte

Die folgenden Werte sind grobe Richtwerte – miss im Zweifel selbst.

Gerät Typische Leistung
Starlink Mini Ø 25–40 W laut Datenblatt
Laptop (Büroarbeit) 30–60 W
Smartphone laden 5–20 W
Mobiler 4G/5G-Router 5–15 W
Kompressor-Kühlbox 30–60 W beim Laufen, im Tagesmittel deutlich weniger
LED-Lampe 5–15 W
Wasserkocher, Föhn 1.000–2.000 W – für kleine Stationen ungeeignet

Worauf beim Kauf achten

  • Gleichstrom-Ausgänge: USB-C PD mit 100 W und 12-V-Ausgang sparen Umwandlungsverluste gegenüber dem 230-V-Ausgang. Für den Starlink Mini ideal.
  • Zellchemie: LiFePO4 ist auf viele Ladezyklen ausgelegt, aber schwerer; Herstellerangaben vergleichen.
  • Laden: Ladeleistung am Netz, im Auto (12 V) und per Solar – inklusive maximaler Solar-Eingangsspannung.
  • Kälte: Viele LiFePO4-Akkus dürfen unter 0 °C nicht geladen werden.
  • Gewicht: Ab rund 1.000 Wh wird es schwer zu tragen – für Camper egal, für Wanderungen nicht.
  • Flugzeug: Powerstations mit mehreren hundert Wh darfst du praktisch nie mitnehmen.
  • Erweiterbarkeit: Manche Modelle lassen sich mit Zusatzakkus vergrößern.

Marken im Vergleich

Marke Typisches Angebot Worauf achten
EcoFlow Breite Modellpalette, viele mit USB-C PD Ausgangsleistung je Port, App-Pflicht?
Anker SOLIX Tragbare Stationen und Solarpanels Gewicht vs. Kapazität
Jackery Powerstations und faltbare Panels Ladezeiten, Anschlüsse

Wir nennen keine Testergebnisse, die wir nicht selbst erhoben haben. Vergleiche die Datenblätter für Kapazität (Wh), Dauerleistung (W) und Anschlüsse.

Solar realistisch planen

Benötigte Panelleistung ≈ Tagesbedarf ÷ Sonnenstunden mit voller Leistung ÷ (1 − Verluste). Mit 465 Wh, Annahme 4 Volllaststunden und 25 % Verlusten: ≈ 155 W. Ein Panel liefert seine Nennleistung nur unter Idealbedingungen – flacher Sonnenstand, Wolken, Hitze und Verschattung kosten deutlich. In nördlichen Breiten im Winter liefert Solar kaum nutzbaren Strom. Mehr zum Thema Strom für den Mini: Strom für den Starlink Mini unterwegs – Powerbank, Powerstation, Solar.

Häufige Fehler

  • Spitzenleistung statt Durchschnitt eingerechnet – das Ergebnis wird viel zu groß.
  • Wirkungsgrad vergessen – die Station ist früher leer als gedacht.
  • Alles über 230 V betrieben – USB-C und 12 V sind effizienter.
  • Dauerleistung nicht geprüft – Gerät startet nicht oder Station schaltet ab.
  • Solar überschätzt – die Aufschrift auf dem Panel ist ein Laborwert.

Häufige Fragen

Reicht eine 300-Wh-Powerstation für den Starlink Mini?

Rechnerisch für rund 6–10 Stunden Betrieb (bei 25–40 W und 85 % Wirkungsgrad). Ob das reicht, hängt von deinem Tagesbedarf ab.

Ah oder Wh – was zählt?

Wh. Ah-Angaben sind ohne Spannung nicht vergleichbar: Wh = Ah × Volt.

Kann ich die Powerstation während des Ladens nutzen?

Viele Modelle unterstützen Pass-Through-Laden. Prüfe das im Datenblatt – und ob es dauerhaft empfohlen wird.

Wie lagere ich die Powerstation zwischen Reisen?

Kühl, trocken und mit mittlerem Ladezustand – viele Hersteller empfehlen, sie alle paar Monate nachzuladen.

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